top of page
LOGO-HOME_BASE_WIEN_Loretto_weiß.png
  • Martin

Vertrauen

"Hoffe auf den Herrn und sei stark! Hab festen Mut und hoffe auf den Herrn!"

Ps 27,14

Manchmal geschehen Dinge in unserem Leben, die wir nicht verstehen. Irgendwas passiert und plötzlich ist alles anders. Wir sehen keinen Ausweg, verlieren die Hoffnung und geben Gott die Schuld bzw. beschweren uns, wie er sowas zulassen konnte.


Ich liebe Musik und vor allem Lobpreis und habe schon viele Jahre als Kirchenmusiker und Lobpreiser gedient. Und dann eines Tages war alles anders.


Was mit Kopfschmerzen begonnen hatte, endete im Spital und plötzlich lag ich stationär da, mit einem Vestibularisausfall (= das Innenohr wird nicht mehr richtig durchblutet und Gleichgewicht sowie Gehör sind gestört, bzw. fallen wie bei mir ganz aus) und war auf einem Ohr völlig taub.


Die Ärzte berieten sich über ihre Möglichkeiten und stellten mir ein Implantat in Aussicht, damit ich wieder hören kann, und monatelange Physiotherapie, um wieder normal laufen zu können. Ich hatte im Vorjahr gerade erst meinen Motorradführerschein gemacht und musste noch ein Fahrsicherheitstraining absolvieren, um ihn nicht zu verlieren und war bereits in den Planungen für eine große Fahrradtour nach Spanien im kommenden Sommer. Und plötzlich lag ich da im Krankenbett und brauchte einen Rollstuhl, um mich fortzubewegen.


Meine Welt brach zusammen, ich war hilflos und machtlos und hab Gott vorgeworfen, wie er nur sowas zulassen konnte. Nach einigen Tagen des Haderns kam dann meine Kapitulation und ich hab‘ zu Gott gesagt:

„Wenn es dich wirklich gibt und all das stimmt, was ich über dich gehört habe, dann bleibt mir nichts anderes mehr, als dir zu vertrauen! Ich kann aus eigener Kraft nichts machen, aber wenn alles stimmt, dann hast du einen Plan für mich und das ist ein guter Plan. Also lass ich los und vertraue dir! Und weiß, dass, egal was passiert, ich Dinge in meinem Leben finden werde, die mir mindestens so viel Freude bereiten, wie das, was ich gerade zu verlieren scheine.“


"Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu."

Mt 14,27-29


Wenn wir loslassen, unseren Strohhalm - der uns kaum über Wasser halten kann - aufgeben und auf Gott vertrauen, dann haben wir die Hände frei, um uns nach Ihm auszustrecken. Und dann kann Er wirken und uns auf dem Wasser laufen lassen.


Nach nur 2,5 Wochen konnte ich frühzeitig das Krankenhaus verlassen und wieder laufen. Mein Gleichgewichtssinn hatte sich so schnell erholt, dass ich nicht einmal 2 Monate später das Fahrsicherheitstraining problemlos absolvieren konnte. Als ich im Herbst zur Nachkontrolle ins Krankenhaus kam, konnten die Ärzte nicht glauben, dass ich gerade fast 2.000 km mit dem Fahrrad durch Europa gefahren war.

Und mein Gehör hat sich trotz des schweren Schadens fast vollständig erholt und ich profitiere jetzt sogar davon, dass ich manchmal ganz besonders genau hinhören muss, da ich dadurch für noch klareren Klang sorgen kann.


"Denn ich, ich kenne meine Pläne, die ich für euch habe - Spruch des Herrn -, Pläne des Heils und nicht des Unheils; denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben."

Jer 29,11


Ich bin dankbar, dass ich mich wieder erholt habe, aber noch viel wichtiger ist, dass ich loslassen und auf Gott vertrauen konnte. Ich weiß, dass, auch wenn ich nicht geheilt worden wäre, ich in Ihm die Fülle habe und Er mich in jeder Finsternis trägt und meine Kraft ist.


Und darum hör ich nicht auf, für Ihn zu singen und zu spielen und mich an seiner Schöpfung zu freuen.



bottom of page