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  • Viktoria

Alle Jahre wieder


Alle Jahre wieder kommt das Christuskind... Alle Jahre wieder gehe ich mit der Erwartung ins Weihnachtsfest hinein, dass es dieses Jahr das perfekte Weihnachten sein muss. Alle Jahre wieder stresst mich die Adventszeit mehr, als dass ich mich wirklich besinnen könnte.


Oft wünsche ich mir von der Adventszeit, dass ich wirklich mit voller Freude und einem tiefen Frieden das Weihnachtsfest feiere und im Advent viel Zeit im Gebet verbringe. Oft bin ich dann enttäuscht, wenn ich aufgrund der Uni oder der Arbeit zu eingespannt bin, um mich wirklich besinnen zu können.


Meistens nehme ich mir auch vor, von Süßigkeiten zu fasten, was mir zwar oft ganz gut gelingt (und die Vorfreude auf die Kekse umso größer werden lässt ;)), jedoch hilft es mir meistens nicht wirklich, geistlich einen Durchbruch zu erleben.


Maria musste Jesus in einem Stall gebären, weil "es in der Herberge keinen Platz gab". Wie können wir Raum schaffen, damit Jesus zu Weihnachten wirklich in unseren Herzen geboren werden kann?


Wie kann das gelingen? Ich möchte mir Zachäus als Beispiel nehmen, der "Jesus (mit) voller Freude" bei sich aufnahm (Lukas 19: 1-10).


Meine fünf Gedanken:


1. Sehnsucht

Am Anfang der Adventsreise steht die Sehnsucht. Zachäus "wollte unbedingt sehen, wer Jesus war". Wonach sehnst du dich? Willst du Jesus unbedingt sehen? Die Adventszeit ist eine wunderbare Möglichkeit, sich seiner Sehnsüchte erneut bewusst zu werden, sich neu zu orientieren und nachzusinnen, worauf es wirklich ankommt. Meine Sehnsucht ist es, wie das neue Jerusalem „bereit (zu sein) wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat." (Offenbarung 21:2)


2. Den Kontakt mit Jesus suchen

Zachäus wollte Jesus sehen, "aber es gelang ihm nicht, weil er klein war und die vielen Leute ihm die Sicht versperrten. Da lief er voraus und kletterte auf einen Maulbeerfeigenbaum." Zachäus ist nicht bei seiner Sehnsucht stehen geblieben, sondern ist seiner Sehnsucht nachgegangen und hat sich den Hindernissen gestellt. Die Adventszeit bietet die Möglichkeit, sich wachrütteln zu lassen und "aufzustehen vom (geistlichen) Schlaf". Es ist eine gute Möglichkeit, konkrete Schritte in der Gottesbeziehung zu setzen.

Wo kann ich mehr Zeit fürs Gebet finden und den Kontakt mit Jesus suchen? Anbetung, Messen (v.a. Roraten) und weiteres geistliches Angebot in der Adventszeit sind Möglichkeiten, wieder in Kontakt mit Jesus zu kommen und die Zeit für das Gebet zu priorisieren.


3. Auf Jesus blicken und auf ihn hören

"Als Jesus an die Stelle kam, blickte er hoch und sah ihn an und rief. “Zachäus, komm schnell herunter! Ich muss heute noch zu dir kommen!“ Advent ist eine Zeit, erneut auf Jesus zu blicken und auf ihn zu hören, auf sein Wort einzugehen und auf die Inspirationen des Heiligen Geistes zu achten. Die Tageslesungen in den Messen sind dafür perfekt: Sie deuten auf das Kommen des Messias hin und wollen unsere Herzen auf Weihnachten vorbereiten. In der Adventszeit gibt es viele gute geistliche Vorbereitungsmöglichkeiten (z.B. Advent in der Hallow App, "Best Advent ever" von Dynamic Catholic, oder Ascension presents), welche uns helfen können.

Der Kontakt zu Gott ist aber größer und bleibt nicht nur beim geistlichen Programm stehen: Es geht auch um den Alltag. Meiner Meinung nach kann Advent nur dann gelingen, wenn wir Gott im Alltag und im Kleinen erleben und erfahren. Gott möchte sich in allen unseren Lebensbereichen erfahrbar machen. Advent ist die Möglichkeit, sich im Hören auf die Stimme Gottes im Alltag und in der Unterscheidung der Geister zu üben.


4. Weihnachtliche Realität bejahen

"Schnell stieg Zachäus vom Baum herunter und nahm Jesus voller Freude bei sich auf." Bei Zachäus hat die Freude nicht gefehlt. Ich glaube, Zachäus hat sich in diesem Moment einerseits von Jesus gesehen und angenommen gefühlt, andererseits hat er in diesem Moment sicher realisiert, dass es bei Jesus nicht um Perfektion geht und er gerade auch "Sünder" annimmt.

Beim ersten Weihnachten haben die Engel den Hirten verkündet: "Heute ist euch der Messias geboren." Emmanuel heißt "Gott ist mit uns". Dass das erste Weihnachten schon „schief gelaufen" ist und Jesus in einem Stall geboren wurde, gibt mir die Hoffnung, dass Jesus auch bei mir bzw. bei uns nicht Perfektion erwartet und dass er auch in unserem „unordentlichen" und unzulänglichen Zuhause geboren werden kann. Advent gibt uns die Möglichkeit, prophetisch die Realität zu bejahen, dass Jesus, der Messias und das Licht der Welt, auch in mir und meiner Familie geboren werden möchte bzw. geboren wird. Ich bin zuversichtlich, dass Gott diese Realität schenkt, wenn wir dafür beten.


5. Den Stall aufräumen

Zachäus wagt in seiner Begegnung mit dem Herrn einen radikalen Schritt: "Zachäus aber trat vor den Herrn und sagte: “Herr, die Hälfte meines Vermögens werde ich den Armen geben, und wenn ich von jemand etwas erpresst habe, werde ich es ihm vierfach zurückerstatten.”"

Die Frage ist: Wo muss ich aufräumen? Wo muss ich in meinem Herzen, in meiner Familie und in meiner Welt Frieden stiften? Wen sollte/darf ich um Verzeihung bitten und wem soll ich verzeihen? Die Beichte ist eine perfekte Möglichkeit, wieder ein reines Herz vor Gott zu haben und seinen "inneren Stall" aufzuräumen. Aber das Aufräumen darf auch Gestalt und Realität annehmen: Konkret heißt es, wie kann ich meine Räumlichkeiten, mein Zuhause so gestalten, dass es mir hilft, mich auf Weihnachten zu besinnen bzw. mich einzustellen? Aber auch: Wie kann ich Weihnachten so vorbereiten, dass es stressfreier ist? Wie kann ich Konfliktpotential reduzieren? Mir hilft es, wenn ich mit Vorbereitungen frühzeitig beginne, damit nicht alles im letzten Augenblick erledigt werden muss.



Zusammenfassend möchte ich sagen: Die Adventszeit ist eine tolle Möglichkeit, Gott zu suchen und sich von Gott finden zu lassen. Ich denke, Gott hat eine viel größere Sehnsucht nach uns, als wir es uns denken und als wir nach Gott haben. Das gibt mir einerseits Hoffnung, dass Großes diesen Advent bzw. diese Weihnachten passieren kann, und anderseits die Gelassenheit, dass meine Adventsreise und die Festlichkeiten nicht nur von mir abhängen und nicht perfekt sein müssen.


In diesem Sinne wünsche ich euch allen, einen besinnlichen Advent und eine schönes Weihnachtsfest!

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